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Mein Rad braucht keine Winterpause

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Wir haben 9 nützliche Tipps für Sie zusammengefasst, damit Sie mit dem Rad auch im Winter sicher von A nach B gelangen.

Familie fährt im Winter Fahrrad

Für AlltagsradlerInnen gilt: Radfahren hat immer Saison, auch in der kalten Jahreszeit. Mit der richtigen Ausrüstung, angepasstem Fahrverhalten und geräumten Radwegen steht einem ganzjährigen Radfahrvergnügen nichts im Wege.

1. Immer in Bewegung bleiben!

In der kalten Jahreszeit verbringen wir die meiste Zeit in Innenräumen und bewegen uns oft zu wenig. Wer sich täglich aufs Rad setzt, bleibt fit und gewöhnt sich besser an die Temperaturänderung. Die tägliche Bewegung am Rad stärkt das eigene Immunsystem und beugt Erkältungen vor. Außerdem verlaufen die Winter bei uns im Osten statistisch gesehen immer milder: die Zahl der Schnee- und Frosttage nimmt immer mehr ab.  

2. Der Radweg muss nicht benutzt werden, wenn er nicht geräumt ist

Sollte es einmal vorkommen, dass der Radweg mit Schnee oder Schneematsch bedeckt ist, müssen Sie diesen nicht benutzen und dürfen auf der Straße fahren. Für die Schneeräumung der Radwege sind zumeist die Gemeinden verantwortlich. Wenn es Probleme damit gibt, wenden Sie sich an Ihre Gemeinde.

3. Ist Ihr Fahrrad winterfit?

Überprüfen Sie bei Ihrem Rad vor allem die sicherheitsrelevanten Teile: Bremsen, Beleuchtung, Reflektoren & Bereifung: am besten in einer Fachwerkstatt in Ihrer Nähe. Die Bremsen sollten gut greifen und die Bremsbeläge noch Reserven haben. Die Beleuchtung sollte funktionsfähig und richtig eingestellt sein, so dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird, die Fahrbahn aber gut beleuchtet wird. Überprüfen Sie auch, ob alle Reflektoren noch vorhanden und frei von Schmutz sind. Gerade bei Nässe oder Schnee ist eine gute Bodenhaftung wichtig. Etwas breitere, pannensichere Reifen mit einem guten Profil sind besser für den Winter geeignet. Auch die Fahrradkette wird im Winter durch Nässe und vor allem Salz besonders belastet. Sie sollte daher regelmäßig gereinigt, geschmiert und bei Verschleiß getauscht werden.

4. Warme Handschuhe und Socken sind ein Must-Have

Wind- und wasserdichte sowie atmungsaktive Kleidung ist optimal für die kalte Jahreszeit. Am besten trägt man mehrere dünne Kleidungsstücke im „Zwiebelprinzip“ übereinander. Falls die Temperaturen milder ausfallen als erwartet, ist es auch problemlos möglich eine Schicht auszuziehen. Bei der Jacke sind hellere Farben natürlich besser sichtbar, im Idealfall mit zusätzlichen reflektierenden Aufdrucken. Warme Socken und wasserabweisende Schuhe sind das A & O, um kalte und nasse Füße zu vermeiden. Handschuhe sind idealerweise winddicht und wasserabweisend, nicht zu eng und zugleich feinfühlig genug, um Bremsen und Schaltung problemlos bedienen zu können. Empfehlenswert sind auch dünne, warme und atmungsaktive Fleecehauben, die unter dem Fahrradhelm getragen werden können.

5. Sichtbarkeit ist wichtig

Eine fix montierte LED-Lichtanlage mit Standlicht, die mittels Nabendynamo betrieben wird, ist ein echter Sicherheitsgewinn gegenüber Batterielichtern. Sie lässt sich bei fast jedem Rad nachrüsten. So geht Ihnen unterwegs nie mehr das Licht aus. Reflektoren am Rad und an der Kleidung helfen zusätzlich, um rechtzeitig wahrgenommen zu werden. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht ist es außerdem ratsam stark befahrene Straßen ohne Radweg oder unbeleuchtete Straßenabschnitte im Freiland wenn möglich zu vermeiden. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und dafür stressfrei unterwegs sein.

6. Vorausschauend und defensiv fahren  

Während der Wintermonate herrschen oft schlechtere Sicht- und Fahrbahnbedingungen. Außerdem rechnen Autofahrende im Winter manchmal nicht mit RadlerInnen, da deutlich weniger Menschen am Rad unterwegs sind. Aus diesen Gründen ist ein defensiver und vorausschauender Fahrstil ratsam. Bei der Annäherung an Kreuzungen besser frühzeitig das Tempo reduzieren, um Vollbremsungen zu vermeiden. Gehen Sie auf Nummer sicher und suchen Sie Blickkontakt mit dem Gegenüber, bevor Sie die Straße queren!

7. Aufpassen bei Nässe und Glätte!

Vor dem Losfahren in der Früh ist es ratsam, kurz den Wetterbericht anzuschauen. Besondere Vorsicht gilt bei Glatteiswarnung! Wer nicht gerade Spikereifen montiert hat, sollte an solchen Tagen das Rad besser stehen lassen. Bei Minusgraden sollten Sie immer auf glatte Straßenstücke achten und rutschige Oberflächen (z.B. Laub, nasse Kanaldeckel, Straßenbahnschienen) vor allem in Kurven meiden. Beachten Sie bei Nässe und Glätte immer den längeren Bremsweg. In Kurven ist es sinnvoll das Tempo zu reduzieren und sich nicht zu sehr in die Kurve zu lehnen.

8. Das Rad nicht lange Zeit im Freien stehen lassen

Der Verschleiß am Fahrrad ist im Winter durch Nässe, Kälte und Streusalz deutlich höher als im Sommer, vor allem wenn das Rad längere Zeit ungeschützt Freien abgestellt wird. Um Schäden an Ihrem Rad zu vermeiden, sollten Sie es in einem trockenen Raum abstellen und regelmäßig reinigen. 

9. e-Bike Akku vor Kälte und Tiefenentladung schützen

Die meisten e-Fahrräder können zwar bei Minusgraden problemlos genutzt werden. Achten Sie aber darauf, dass der Akku nicht dauerhaft tiefen Temperaturen ausgesetzt ist. Nehmen Sie daher nach der Fahrt den Akku zum Aufladen mit und laden bzw. lagern Sie ihn bei Raumtemperatur.

Achtung: Vermeiden Sie eine Tiefenentladung Ihres e-Bike Akkus, wenn Sie ihr e-Bike im Winter nicht nutzen! Empfohlen ist ein Ladezustand zwischen 30 und 70 Prozent, wenn der Akku längere Zeit nicht genutzt wird. Kontrollieren Sie diesen daher in regelmäßigen Abständen.

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