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Pressemeldungen

VCÖ-Untersuchung: Mobilität der Niederösterreicher ist klimafreundlicher geworden

VCÖ-Mobilitätspreis NÖ sucht innovative Mobilitätsprojekte

LR Dr. Stephan Pernkopf, Mag. Christian Gratzer (VCÖ), Christopher Seif (ÖBB-Postbus)
© NLK Pfeiffer

VCÖ (Wien / St. Pölten, 20. März 2013) - In Niederösterreich zeichnet sich eine Mobilitätswende ab, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Es wird verstärkt vom Auto auf Bahn, Bus und das Fahrrad umgestiegen. In Niederösterreich gibt es die meisten Fahrräder Österreichs. VCÖ, Landesrat Pernkopf und ÖBB-Postbus haben heute den Startschuss für den VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich gegeben. Gesucht sind vorbildhafte Projekte für eine klimafreundliche Mobilität und einen effizienten Gütertransport.

Seit dem Jahr 2005 gehen die mit niederösterreichischen Autos gefahrenen Kilometer trotz Bevölkerungswachstums zurück, wie eine VCÖ-Untersuchung zeigt. Und zwar von 10,9 Milliarden Kilometer im Jahr 2004 auf rund 10,6 Milliarden Kilometer im Vorjahr. Die gestiegenen Spritpreise haben viele zum Umstieg motiviert. Zudem hat sich das Mobilitätsbewusstsein verändert. Das Auto verliert an Bedeutung, die Nachfrage nach Bahn und Bus nimmt zu.

Beim VCÖ-Bahntest gaben im Vorjahr 30 Prozent der niederösterreichischen Fahrgäste an, dass sie bereits vom Auto auf die Bahn umgestiegen sind. Der VCÖ rechnet, dass der Anteil der mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken mittlerweile bei 15 bis 16 Prozent liegt.

Ein wichtiger Schwerpunkt zur Förderung nachhaltiger Mobilität ist die Stärkung des Radfahrens und Gehen. In Niederösterreich gibt es die Kampagne RADLand, um den Radverkehrsanteil zu erhöhen. Umwelt-Landesrat Stephan Pernkopf betont: "Wir haben schon viel erreicht, nämlich eine Steigerung von 7 auf geschätzte 9 Prozent in vier Jahren, aber der positive Trend muss auch in Zukunft unbedingt weitergeführt werden. Bis 2020 wollen wir 14 Prozent erreichen. Dabei setzen wir auf kontinuierliche Bewusstseinsbildung und Fördermaßnahmen." Einen Überblick über alle Aktivitäten und Veranstaltung im Jahr 2013 erhalten Interessierte auf www.radland.at

Niederösterreich ist ein Radland, stellt der VCÖ fest. In keinem anderen Bundesland gibt es mit 1,2 Millionen mehr Fahrräder. In Niederösterreich gibt es mehr Fahrräder als Autos. Bei der VCÖ-Radfahrumfrage 2012 gab jeder zweite an, vormalige Autofahrten jetzt mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die mit dem Fahrrad im Alltag gefahrenen Kilometer sind von 377 auf rund 440 Millionen im Vorjahr gestiegen. "Die Niederösterreicher haben im Vorjahr mit dem Fahrrad rund 11.000 Mal die Erde umrundet", verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Fast jede zweite Autofahrt ist kürzer als fünf Kilometer. Eine für das Radfahren ideale Distanz. Radfahren ist umweltfreundlich, kostengünstig und hilft, den Winterspeck loszuwerden. Wer 80 Kilogramm wiegt verbrennt bei einer halben Stunde Radfahren je nach Anstrengung 240 bis 400 Kilokalorien. Das entspricht den Kalorien von zwei bis drei Semmeln.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der verstärkte Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel die Umwelt- und Energiebilanz verbessert hat. Die CO2-Emissionen des Verkehrs in Niederösterreich sind seit dem Jahr 2005 von 5,3 auf 4,7 Millionen Tonnen gesunken. Auch der Energieverbrauch ist gesunken, der Verkehr wird vom Erdöl unabhängiger.

Der VCÖ startet zudem mit Landesrat Stephan Pernkopf und ÖBB-Postbus den VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich, der heuer dem Thema "Mobilität und Transport 2025" gewidmet ist. Beim VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich sind vorbildhafte Projekte gesucht, die schon heute zeigen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann. Das Themenspektrum reicht vom Öffentlichen Verkehr über Gehen und Radfahren bis zur Elektro-Mobilität. Gesucht sind auch Unternehmen, die ihren Beschäftigten das Öffi-Jobticket zur Verfügung stellen, das heuer neu eingeführt wurde. Auch Projekte einer verkehrssparenden Raumordnung können eingereicht werden. Auch zum Thema Gütertransport erwartet sich der VCÖ viele Einreichungen aus Niederösterreich, etwa von Betrieben mit betrieblichem Gleisanschluss.

Beim VCÖ-Mobilitätspreis können Betriebe und Unternehmen, Gemeinden und Städte, Fachhochschulen, Schulen, Universitäten, Organisationen und Vereine teilnehmen. Privatpersonen, können Projektideen einreichen. Der VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich wird in Kooperation mit dem Land Niederösterreich und dem ÖBB-Postbus durchgeführt und von der Industriellenvereinigung NÖ unterstützt.

Christopher Seif vom ÖBB-Postbus: "Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Die ÖBB-Postbus GmbH ist ein verlässlicher Partner im öffentlichen Verkehr in beinahe allen Regionen des Landes und die ÖBB gehören zu den pünktlichsten Bahnen Europas und bieten ihren Kunden die höchste Pünktlichkeit in der EU. Mit Blick in die Zukunft investieren wir kontinuierlich sowohl in Infrastruktur als auch in Fahrzeuge, um den Kundinnen und Kunden bestmögliche Qualität und maximalen Reisekomfort bieten zu können. Bei unseren Bemühungen noch mehr Menschen zum Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr zu bewegen, ist der Fokus im gesamten ÖBB-Konzern auch immer auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit gerichtet."

Die Einreichfrist endet am 30. Juni. Im September wird das beste Projekt Niederösterreichs vom VCÖ, Land Niederösterreich und ÖBB-Postbus ausgezeichnet. Die Projekte haben die Chance, auch als bestes Projekt Österreichs von Verkehrsministerin Doris Bures und Umweltminister Nikolaus Berlakovich prämiert zu werden. Einreichunterlagen sind beim VCÖ unter (01) 893 26 97 oder www.vcoe.at erhältlich.