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RADLakademie zum Thema Anforderungen an (e)-Fahrradverleihsysteme

Die verstärkte Nachfrage von e-bikes im automatisierten Verleih gab Anlass sich bei der 14. RADLakademie in Mödling dem Thema Anforderungen an (e)-Fahrradverleihsysteme zu widmen

Referenten RADLalkadmie
© K. Peherstorfer, eNu

Fahrradverleihsysteme sind aus vielen großen Städten weltweit nicht mehr wegzudenken. Auch in Niederösterreich wagte man vor wenigen Jahren mit nextbike den Schritt ein automatisiertes Radverleihangebot aufzubauen. Die verstärkte Nachfrage von e-bikes im automatisierten Verleih gab Anlass sich bei der 14. RADLakademie in Mödling dem Thema Anforderungen an (e)-Fahrradverleihsysteme zu widmen. Durchgehender Konsens war, dass das e-bike per se Potential hat und zusätzliche Nutzergruppen aufs Rad bringen kann. Ob die Region oder Gemeinde die Voraussetzungen erfüllt, unter denen ein e-bike Verleihsystem auch wirtschaftlich tragfähig ist, muss in jedem Fall individuell geprüft werden.

Bei der 1. RADLakademie 2017 präsentierten Landesvertreter aus NÖ und Wien den aktuellen Entwicklungsstand bei den heimischen Fahrradsystemen. Die Ausleihfrequenzen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und „Bike Sharing“ ist Bestandteil der Mobilitätskette geworden. Trotz unterschiedlicher Systeme liegen die Kriterien für eine gute Auslastung klar auf der Hand. Hohe Bevölkerungsdichte, die Verknüpfung mit ÖV-Haltestellen, Stationsdichte, zentrale Lage der Standorte und Topographie sind wichtige Einflussfaktoren, die bei der Planung berücksichtigt werden sollen/ müssen.

Die Erfahrungswerte wurden durch Forschungsergebnisse des AIT untermautert. Umfragen zeigen, dass das Fahrrad, als auch das e-bike Potential zu mehr Nutzung haben. Ein starkes Motiv, das mit e-bikes in Verbindung gebracht wird, ist neben Umweltfreundlichkeit die Bequemlichkeit. Durch den elektrisch unterstützten Antrieb erhöhen sich die Reichweiten und somit auch die Entlehndauer, was aus den ersten Erfahrungen des e-bike Verleihsystems in Perchtoldsdorf hervorgeht. Ein positiver Effekt des e-bikes ist, dass neue Zielgruppen wie ältere oder untrainierte Personen, Geschäftsleute und PendlerInnen erreicht werden können. Um die soziale Akzeptanz zu erhöhen, ist die Einbindung von Bürgen in den Planungsprozess ratsam.

Kosten-Nutzen Rechnung notwendig

Die Nachfrage nach e-bikes stellt Systemanbieter vor neue Herausforderungen, denn die Anforderungen an e-Fahrradverleihsystem sind höher als bei konventionellen Fahrrädern. Am wichtigsten sind robuste Räder und ein diebstahlsicheres sowie bedienungsfreundliches System mit geringen Nutzungsbarrieren. Das erfordert technisch hochentwickelte Hardware, die ihren Preis in der Anschaffung als auch in der Wartung hat. Daher hängt die Einführung von (e)-Fahrradverleihsystemen stark vom politischen Willen und folglich einer Finanzierung durch öffentliche Mittel bzw. Förderungen ab. Die Tarifgestaltung wie auch Webemöglichkeiten am Rad sind bei der Kosten-Planung gut abzuwägen. In Weiz, wo Sycube konventionelle als auch e-bikes anbietet, macht man die Erfahrung, dass die Nutzer für e-bikes höhere Tarife akzeptieren.

Potential braucht Analyse

Allen erfolgversprechenden Projekten geht eine gute Planung voraus. So ist besonders im Falle vom städtischen Umland und ländlicheren Regionen, die sehr unterschiedliche Voraussetzungen aufweisen, eine sorgfältige Potentialanalyse empfehlenswert. Bevor Geld in die Hand genommen wird, gilt es potentielle Nutzergruppen zu definieren und mögliche Nutzerfrequenzen zu errechnen. In der Gegenüberstellung der Kosten und dem zu erwartenden Nutzen lässt sich die Sinnhaftigkeit von e-bikes im automatisierten Verleih ableiten.

Da die wirtschaftliche Tragfähigkeit eine wesentliche Rolle in der Argumentation spielt, muss das Geschäftsmodell im Vorfeld kritisch durchleuchtet werden. Die Auslastungsfrequenz, die stark von der Bevölkerungsdichte abhängt, hat dabei immer die größte Auswirkung auf das Potential.

(e)-Fahrradverleihsysteme haben daher dort Potential, wo die notwendigen Rahmenbedingungen für einen sinnvollen Einsatz erfüllt werden.

Die Beiträge zum Nachlesen:

E-Bike-Konzept-nextbike, Marco Weigert

E-Fahrradverleihsysteme im Land NÖ, DI Richard Pouzar

E-Fahrradverleihsysteme der Stadt Wien, DI Manuel Pröll

E-Bike Sharing, DI Markus Straub

E-Bike-Sharing, Mag. Markus Leibetseder