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Dokumentation

Lastenräder erleben ein Comeback als Transportmittel

Die Idee, Gegenstände und Waren mit dem Fahrrad zu transportieren, ist nicht neu. Trotzdem erleben Lastenräder gerade ein Comeback. Praktisch und günstiger in der Anschaffung, bieten sie eine umweltschonende Alternative zu LKW und Co. Die RADLakademie am 25. Juni 2014 in Mödling beschäftigte sich vor allem mit dem möglichen Einsatz von Lastenrädern in Gemeinden.

Lastenrad - Radlakadmie
© Ch. Penz

Laut einer Studie von „cyclelogistics“, ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, passieren Transportfahrten fast zur Gänze mit dem PKW oder LKW. Dabei reicht Muskelkraft oft aus, um leichtere Gegenstände von einem Ort zum anderen zu transportieren. Etwa die Hälfte aller Transporte im städtischen Raum kann auf das Rad verlagert werden. Das schont die Umwelt und verringert den Ausstoß von schädlichem CO2.

Lastenräder punkten vor allem mit ihren geringeren Anschaffungskosten. Sie sind wendig, schnell und erlauben die Benutzung von Radwegen und die Zufahrt in sogenannte „Zero Emission“-Zonen, in denen Kraftfahrzeuge nicht erlaubt sind. Gemeinden sollten daher bei der Anschaffung von Fahrzeugen für den kommunalen Fuhrpark prüfen, ob Lastenfahrräder eine Alternative wären. In Vorreiter-Ländern wie Holland oder Dänemark gehören Lastenräder bereits zum Alltag.

Auch in Österreich gibt es mittlerweile gute Beispiele, wie mit fossilen Treibstoffen betriebene Transporter durch Lastenräder ersetzt werden können. So führt die Firma Goodville in Wien Lieferungen mit Lastenrädern durch und unterstützt Betriebe bei der Anschaffung von Lastenrädern für ihren Fuhrpark. Lastenräder werden sich stärker durchsetzen, wenn sie die Öffentlichkeit mehr wahrnimmt, es unterschiedliche Modelle für die jeweiligen Bedürfnisse gibt und auch ein entsprechendes Angebot an Serviceeinrichtungen vorhanden ist. Eine Möglichkeit für Gemeinden wäre, kostenlose Testmöglichkeiten für Betriebe anzubieten und über eine Förderung für die Anschaffung eines Lastenrades nachzudenken.

Die Firma cyclecraft stellte bei der RADLakademie in Mödling ihre Modelle von Lastenrädern vor, die nach Wunsch gekauft oder nur gemietet werden können. In der Flotte von cyclecraft befinden sich Räder, die vor allem für Events zur Verfügung stehen. Um beispielsweise die Musikanlage, den Kaffee oder andere Getränke nicht mit dem LKW anliefern lassen zu müssen, hat das Unternehmen die notwendigen Komponenten einfach auf den Lastenrädern installiert. So entstanden bisher CafeBikes, BierBikes, ein EisBike oder auch ein SoundBike.

Lastenräder selber bauen

Wie sich Lastenräder mit etwas handwerklichem Geschick selber bauen lassen, veranschaulichte DI Tilak De Silva bei der RADLakademie. In Zukunft möchte er praxistaugliche und maßgeschneiderte Räder für Gemeinden entwerfen, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde ihre täglichen Fahrten auch ohne PKW, LKW und Co. erledigen können.

Lastenräder im Praxistest

Die knapp 30 TeilnehmerInnen an der RADLakademie – Experten und Expertinnen, Radbeauftragte und GemeindevertreterInnen aus ganz Niederösterreich – hatten im Anschluss an die Veranstaltung die Gelegenheit, verschiedene Lastenräder von cyclecraft, DI Tilak de Silva, der Gemeinde Mödling sowie das selbst gebaute „Saftladenrad“ des HTL-Schülers Florian Rabl zu testen.

Über die RADLakadmie

Die Umsetzung des Alltagsradverkehrs ist Gemeindeangelegenheit. Dazu benötigen GemeindepolitikerInnen und die Gemeindeverwaltung die notwendigen Instrumente, vor allem wenn es um die Steigerung des Alltagsradverkehrs durch Bewusstseinsbildung und infrastrukturelle Maßnahmen geht. Die RADLakademie bietet den Zuständigen die Möglichkeit, sich notwendiges Know-how anzueignen, sich zu Vernetzen und von Vorzeigeprojekten zu lernen. Am 27. August 2014 findet in Mödling die nächste Akademie zum Thema „Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr“ statt.

Letzte Aktualisierung: 10.09.2014