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Fahrradhelme schützen

Deutsche und amerikanische Studien zeigen, dass das Tragen eines Fahrradhelmes das Risiko von schwerer und lebensgefährlicher Kopfverletzungen enorm senkt.

Radhelmträger
© eNu

In der deutschen Studie vom Institut für Rechtsmedizin München, wurden im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) 543 Fahrradunfälle in München und Münster aus den Jahren 2012 und 2013 untersucht. Zusätzlich wurden Daten der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgewertet.

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass von 117 tödlich verunglückten Radfahrern nur sechs einen Helm trugen. Das sind etwa fünf Prozent. Mehr als die Hälfte der Opfer verunglückten an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Bei den nicht tödlichen Unfällen zeigt die Studie, dass Helmträger besser geschützt sind. Sämtliche schwer am Kopf verletzten Radfahrer radelten ohne Helm. Helmträger erlitten nur leichte bis mittelschwere Kopfverletzungen.

Zu einem ähnlichen Ergibnis kam eine US-amerikanische Studie vom American College of Surgeons. Die Studie vergleicht mehr als 6200 Fahrrad-Unfalldaten aus der National Trauma Data Bank und kommt zum Ergebnis, dass nur ein Viertel der Unfallpatienten und -patientinnen mit Helm unterwegs waren. Schwere Hirntraumata, sowie tödliche Unfälle sind bei HelmträgerInnen um 60 Prozent geringer. Auch schwere Verletzungen, die wegen einer Hirnschwellung das Öffnen des Schädelnknochens erforderlich machen, sind um 60 Prozent geringer. Um ein Viertel geringer sind Verletzungen im oberen Gesichtsfeld, wenn ein Radhelm getragen wird.

Der ÖAMTC wertete Unfalldaten von verunglückten RadfahrerInnen von 2008 bis Mitte 2015 aus - auch diese Daten zeigen, dass das Tragen eines Radhelms das Risiko von schweren Kopfverletzungen deutlich reduziert.

Leider zeigen aber auch die Unfallzahlen, dass ein Helm keinen völligen Schutz vor lebensbedrohlichen Kopfverletzungen bietet. Bei Kollisionen mit Fahrzeugen mit höheren Geschwindigkeiten oder einem unglücklichen Aufprall können Unfälle auch mit Fahrradhelm tödlich enden.

Radhelmpflicht in Österreich

In Österreich gilt eine Radhelmpflicht nur für Kinder bis zum 12. Lebensjahr - auch wenn sie nur Beifahrer sind. Im September 2014 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) erstmals die Helmpflicht auch für Radfahrer bejaht, die unter rennmäßigen Bedingungen fahren und sich damit besonderen Risiken aussetzen. Erleidet ein solcher bei einem Sturz Verletzungen, die beim Tragen eines Helmes vermeidbar gewesen wären, trifft ihn laut OGH eine Mitschuld.

Letzte Aktualisierung: 09.10.2015